DAS NEUE BABYLON

OT: Nowi Wawilon, UdSSR (1928)

Regie: Grigori Kosinzew, Leonid Trauberg

Musik: Dimitri Schostakowitsch

Der avantgardistische und zugleich idealisierende Film entstammt der Phase der revolutionären Romantik der jungen Sowjetunion. Als Hintergrund für seine Filmhandlung nutzt er die Niederschlagung der Pariser Kommune nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen (1870/71). Der Film unterstreicht die Kluft zwischen Bourgeoisie und „gesunder“ Arbeiterklasse. Traubergs und Kosinzews Montage verzichtet auf eine durchgängige erzählerische Linie zugunsten assoziativer Kontraste. Dem vergnügungssüchtigen Bürgertum werden Szenen des hart arbeitenden Volkes gegenübergestellt. Das Kaufhaus wird hier zum Sinnbild einer Welt, in der alles käuflich ist.

MUSIK: Die Filmmusik von Schostakowitsch – es handelt sich hierbei um seine erste Filmkomposition überhaupt – strotzt vor ironisch-groteskem Spiel, vor Kombination und Konfrontation mit altbekannten Formen, Melodien und Genre-Zitaten (z.B. Marsch und Walzer). Wobei die moderne Umsetzung sich von (schon damals üblichen) Kinoklischees deutlich absetzt. Anstelle betont subjektiver Emotionalität erzeugen markante Spiegelung und skurrile Parodie zum Gezeigten eine gewisse Distanz. Das Resultat ist eine kraftvolle Musik von ungewöhnlicher musikalischer Struktur, welche die Konflikte der Filmhandlung originell und unkonventionell reflektiert.

INHALT: Titel gebender Ausgangspunkt der Handlung ist das Kaufhaus ‘Das Neue Babylon’. Hier wird eine Welt des Überflusses augenfällig; ihr gegenübergestellt wird die Welt der Arbeitenden. Erzählerisches Bindeglied ist Louise, die als Verkäuferin im ‘Neuen Babylon’ arbeitet. Im hauseigenen Vergnügungslokal prasst der Patron des Unternehmens, während die Bourgeoisie in nationalistischer Hochstimmung die Kriegserklärung von 1870 gegen Deutschland feiert. Hier begegnet Louise dem Soldaten Jean, in den sie sich verliebt.

 

BESETZUNG: 1.1.1.1 – 2.1.1.0 - Schlzg mit Pk (3 Spieler).Klav - Streicher (mind. 8.7.5.4.3)

Anzahl der Musiker: 39

 

Dieses Projekt wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit mit ZDF / ARTE.

Das Projekt wird durchgeführt und betreut durch die EUROPÄISCHE FILMPHILHARMONIE

Ansprechpartnerin: Beate Warkentien

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